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Erdöl und die fraktionierte Destillation

Erdöl besteht aus Kohlenwasserstoffen und wird mithilfe der fraktionierten Destillation in verschiedene Bestandteile wie Benzin, Diesel und Schmieröle aufgeteilt. Erfahrt mehr über diese Trennungsmethode und die Anwendungen von Erdöl im Alltag. Interessiert? Dann lest weiter, um mehr zu erfahren!

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Erdöl und die fraktionierte Destillation
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Erdöl und die fraktionierte Destillation in der Chemie

Aus Erdöl werden viele Stoffe hergestellt, denen wir in unserem Alltag regelmäßig begegnen. Um aus Erdöl Kraftstoffe, Plastik oder andere praktische Stoffe zu erhalten, muss das Erdöl jedoch zunächst in seine Bestandteile aufgetrennt werden. Dies wird durch die fraktionierte Destillation erreicht. Aber woraus besteht Erdöl eigentlich? Und wie funktioniert die fraktionierte Destillation? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns in diesem Text.

Wusstest du schon? Ein Tropfen Erdöl kann über 250 Millionen Jahre alt sein! Das bedeutet, dass der Grundstoff des Diesels, der deinen Schulbus antreibt, vermutlich schon existierte, als die Dinosaurier über die Erde wanderten. Erdöl ist also wirklich ein Zeuge der Urzeit!

Was ist Erdöl? – Definition

Erdöl ist ein hauptsächlich aus Kohlenwasserstoffen bestehendes Stoffgemisch. Es kommt in der obersten Schicht der Erdkruste vor. Erdöl entsteht durch verschiedenste Umwandlungsprozesse organischer Stoffe (verrottete Pflanzen- und Tierreste). Die Erdölvorkommen können bis zu $3000$ Meter tief unter der Erdoberfläche liegen.

Gewinnung von Erdöl – Förderung und Raffinierung

Erdöl wird gewöhnlich in der Erdölraffinerie verarbeitet. Zunächst wird das Erdöl gefördert, das in diesem Zustand auch als Rohöl bezeichnet wird. Das Rohöl wird dann in der Raffinerie raffiniert.

Rohöl ist für die direkte Verwendung, Verbrennung oder Herstellung von Gebrauchsgütern leider nicht geeignet, sondern muss erst verarbeitet (raffiniert) werden.

Die Zusammensetzung von Erdöl als ein Stoffgemisch aus vielen verschiedenen Kohlenwasserstoffen macht es notwendig, diese erst voneinander zu trennnen, bevor sie verwendet werden können.

Schlaue Idee Wenn du im Supermarkt Plastikflaschen kaufst, denk daran, dass sie aus Kunststoffen bestehen, die durch die fraktionierte Destillation von Erdöl hergestellt werden. Das Verfahren hilft, die benötigten Rohstoffe zu trennen und aufzubereiten.

Die fraktionierte Destillation von Erdöl

Wie kann man die verschiedenen chemischen Verbindungen im Stoffgemisch Rohöl voneinander trennen? Eine Methode zur Stofftrennung wird benötigt. Es werden die verschiedenen Siedetemperaturen der Alkane genutzt, um die Kohlenwasserstoffe voneinander zu trennen. Hierfür benötigen wir die fraktionierte Destillation. Bei einer Destillation werden Stoffe mit unterschiedlichen Siedetemperaturen voneinander getrennt. Die einfache Destillation reicht jedoch für die Stofftrennung beim Rohöl nicht aus.

Was ist fraktionierte Destillation? – einfach erklärt

Durch das Trennverfahren der fraktionierten Destillation kann ein aus mehreren Komponenten bestehendes Gemisch getrennt werden.

Fraktionierte Destillation bedeutet, dass bei einer mehrstufigen Destillation mehrere Fraktionen aufgefangen werden. Wird dabei mit einer Rektifikationskolonne (auch Destillationskolonne) gearbeitet, wird das Trennverfahren als Rektifikation bezeichnet.

Die Rektifikationskolonne ist eine turmartige Anlage, die über viele Glockenböden verfügt. In der Kolonne erfolgt eine langsame Destillation mit dem Ergebnis eines hohen Trenneffekts. In den Glocken finden die Verdampfung und die Kondensation statt. Die Temperatur in der Rektifikationskolonne steigt von oben nach unten von Raumtemperatur bis auf etwa $400$ Grad Celsius. Entsprechend haben die abfließenden Kohlenwasserstoffe weiter unten größere Molekülmassen. Um das Rohöl auf die nötige hohe Temperatur zu bringen, wird es durch einen Röhrenofen geleitet. Die kleinen Moleküle steigen nach oben, die großen bleiben unten, die mittelgroßen verharren in der Mitte.

Rektifikationskolonne (Destillationskolonne) zur Erdölraffination

Die wichtigsten Fraktionen, die bei der Rektifikation von Erdöl erhalten werden, sind Flüssiggas, Benzin und Leichtbenzin, Petroleum und Kerosin, Diesel und Heizöl, Schweröle, Schmieröle, Paraffine, Wachse, Bitumen, Teer und Koks. Kohlenwasserstoffe mit besonders hohen Siedetemperaturen bereiten bei der Raffination Probleme. Hier benutzt man die Gesetzmäßigkeit, dass mit fallendem Druck auch die Siedetemperatur eines Stoffs sinkt. Unter stark vermindertem Druck, fast im Vakuum, erfolgt dann eine energiesparende und schonende Destillation.

Kontrovers diskutiert: Aktuellen Forschungsergebnissen zufolge könnte der Einsatz von Biokraftstoffen die Abhängigkeit von Erdöl reduzieren. Einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler behaupten, dass dies eine umweltfreundlichere und nachhaltigere Lösung wäre. Andere warnen jedoch davor, dass der Anbau von Pflanzen für Biokraftstoffe zu Nahrungsmittelknappheit und Umweltzerstörung führen könnte. Was denkst du?

Verwendung von Erdöl – Beispiele

Die Produkte der Erdölraffinerie sind Ausgangsstoffe für zahlreiche Produkte der chemischen Industrie wie Kunststoffe, Lacke und Farben oder auch Medikamente und haben vielfältige Verwendungen. Einige Beispiele für die Verwendung von Erdöl findest du in der folgenden Liste.

  • Flüssiggas und Leichtbenzin dienen in der chemischen Reinigung der Fleckenentfernung. Des Weiteren benötigt man sie als Flüssiggaskraftstoff in Gasfeuerzeugen und zum Betrieb von Gasheizungen. Man verwendet sie auch in Klimaanlagen und zum Kochen.
  • Benzin findet man als Vergaserkraftstoff an Tankstellen.
  • Petroleum und Kerosin dienen der Entfettung metallischer Bauteile, für den Betrieb von Petroleumlampen und Kerosin vor allem als Treibstoff für Flugzeuge.
  • Diesel ist ein wichtiger Treibstoff in der Verkehrsindustrie.
  • Im Namen Heizöl steckt dessen Verwendung: für den Betrieb von Ölheizungen.
  • Schweröle dienen als Kraftstoff für Schiffsdieselmotoren und zur Stromerzeugung.
  • Schmieröle sind zum Beispiel Motoröle.
  • Paraffine verwendet man als Brennstoff in der Medizin und zur Versiegelung in der Nagelpflege. Aus Wachs fertigt man Kerzen und stellt Schuhcreme her.
  • Bitumen ist der Destillationsrückstand. Aus ihm gewinnt man Teer und fertigt Asphalt, den Straßenbelag.
  • Koks ist ein wertvolles Reduktionsmittel in der Eisen- und Stahlherstellung.

Kennst du das? Hast du auch schon einmal Straßenbauarbeiten gesehen und dich gefragt, woraus Asphalt besteht? Asphalt wird größtenteils aus Bitumen hergestellt, einem Produkt der Erdöldestillation. Durch die fraktionierte Destillation wird das Erdöl in verschiedene Bestandteile zerlegt, von denen eine das schwere Bitumen ist. Dieses Bitumen wird dann verwendet, um Straßenbeläge herzustellen, sodass du auf glatten Straßen fahren kannst.

Ausblick – das lernst du nach Erdöl und die fraktionierte Destillation

Entdecke als nächstes Kunststoffe und die Polymerisation und lerne die Chemie in der Kosmetik kennen. Befasse dich auch mit alternativen Energieträgern und erfahre, wie die Chemie unser Leben verändert.

Zusammenfassung zu Erdöl und der fraktionierten Destillation

  • Mithilfe der fraktionierten Destillation wird das Stoffgemisch Röhöl in seine Bestandteile aufgetrennt, die Fraktionen. Das stellt einen wichtigen Schritt der Raffinierung von Erdöl dar.
  • Die fraktionierte Destillation ist ein mehrstufiges Verfahren. In einer Rektifikationskolonne (Destillationskolonne) werden verschiedene Kohlenwasserstoffe voneinander getrennt, wobei ihre unterschiedlichen Siedetemperaturen ausgenutzt werden.
  • Die wichtigsten Bestandteile von Erdöl sind Flüssiggas, Benzin, Petroleum, Kerosin, Diesel, Heizöl, Schweröl, Paraffin, Bitumen und Koks. Sie finden vielfältige Anwendungen im Alltag.

Auch zum Thema franktionierte Destillation von Erdöl haben wir Übungen und Arbeitsblätter vorbereitet. Du kannst dein neu gewonnenes Wissen also direkt testen. Viel Spaß!

Häufige Fragen zum Thema Erdöl und fraktionierte Destillation

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Vorschaubild einer Übung

Erdöl und die fraktionierte Destillation Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Erdöl und die fraktionierte Destillation kannst du es wiederholen und üben.
  • Tipps

    Die Fraktionierung von Erdöl (Rohöl) ist notwendig, weil es für eine direkte Verwendung nicht geeignet ist.

    Lösung

    Erdöl entsteht aus abgestorbenen Pflanzen- und Tierresten, die vor Millionen von Jahren in Sedimentschichten eingeschlossen wurden. Unter hohem Druck und hoher Temperatur verwandelten sie sich über lange Zeiträume in Erdöl – weshalb es zu den nicht erneuerbaren Energieträgern zählt. Es liegt nicht an der Erdoberfläche vor, sondern tief in der Erdkruste, eingeschlossen in porösen Gesteinsschichten. Aussage B ist daher falsch. Erdöl ist ein flüssiges Gemisch aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen – Molekülen, die nur aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen bestehen. In seiner ursprünglichen Form als Rohöl ist es nicht direkt nutzbar. Bevor es verwendet werden kann, wird es in Raffinerien durch fraktionierte Destillation in seine Bestandteile zerlegt. Dabei werden die verschiedenen Kohlenwasserstoffe aufgrund ihrer unterschiedlichen Siedepunkte voneinander getrennt.

  • Tipps

    Bitumen wird für die Herstellung von Asphalt verwendet.

    Lösung

    Wenn Erdöl in der Raffinerie durch fraktionierte Destillation getrennt wird, entstehen verschiedene Fraktionen mit unterschiedlichen Eigenschaften – und damit auch unterschiedlichen Verwendungszwecken.

    Die richtige Zuordnung:

    - Flüssiggas → Heizung und Kochen (z. B. in Gasherden oder Heizanlagen) - Bitumen → Straßenbau (es ist zähflüssig und eignet sich daher als Bindemittel für Asphalt) - Diesel → Kraftstoff für Dieselmotoren (z. B. LKWs, Busse, Schiffe) - Petroleum → Beleuchtung (z. B. in Petroleumlampen)

    Stahlherstellung gehört nicht dazu – Stahl wird aus Eisenerz gewonnen und hat mit der Erdölverarbeitung nichts zu tun.

  • Tipps

    Die Fraktionierkolonne besteht aus mehreren Glockenböden, in denen die Stoffe in der Gasphase nach oben strömen und kondensieren.

    Lösung

    Bei der fraktionierten Destillation wird Rohöl in einzelne Fraktionen getrennt. Grundlage dafür sind die unterschiedlichen Siedetemperaturen der enthaltenen Stoffe.

    In einer Fraktionierkolonne mit mehreren Glockenböden verdampfen und kondensieren die Stoffe mehrfach. Durch die Kondensation gehen die Bestanteile in die flüssige Phase über und können aufgefangen und weiterverarbeitet werden.

    Stoffe mit niedrigem Siedepunkt steigen weiter oben in der Kolonne auf, Stoffe mit hohem Siedepunkt kondensieren weiter unten

  • Tipps

    Die Stoffe mit den niedrigsten Siedetemperaturen sind kleine Kohlenwasserstoffmoleküle wie Flüssiggas.

    Schweröl gehört mit zu den längsten Kohlenwasserstoffmolekülen.

    Lösung

    In der Fraktionierkolonne gilt: Oben ist es kälter, dort sammeln sich die leichten Kohlenwasserstoffe. Unten ist es heißer, dort bleiben die schweren Kohlenwasserstoffe. „Leicht" und „schwer" bezieht sich dabei vor allem auf die Größe der Moleküle bzw. auf die Anzahl der Kohlenwasserstoffatome (C-Atome):

    - Flüssiggas: sehr kleine Moleküle mit wenigen C-Atomen → niedrige Siedetemperatur → steigt bis ganz nach oben - Benzin/Leichtbenzin: etwas größere Moleküle → höhere Siedetemperatur → kondensiert darunter - Kerosin: mittelgroße Moleküle → mittlere Siedetemperatur → kondensiert unterhalb von Benzin - Diesel/Heizöl: noch mehr C-Atome → noch höhere Siedetemperatur → wird weiter unten abgetrennt - Schweröle: sehr große Moleküle mit vielen C-Atomen → sehr hohe Siedetemperatur → bleiben im unteren, heißen Bereich

    Die richtige Reihenfolge von oben nach unten lautet also: Flüssiggas → Benzin/Leichtbenzin → Kerosin → Diesel/Heizöl → Schweröle

  • Tipps

    Paraffine sind Erdöl-Bestandteile, die in der Medizin zur Wärmetherapie und in der Nagelpflege zur Versiegelung der Nägel verwendet werden.

    Zwei Antworten sind falsch.

    Lösung

    Erdöl wird durch die fraktionierte Destillation in verschiedene Fraktionen getrennt. Diese Fraktionen sind allesamt Kohlenwasserstoffe – Verbindungen, die nur aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen bestehen.

    Die richtigen Antworten sind:

    - Benzin → Kraftstoff für Ottomotoren (z. B. Pkws) - Kerosin → Treibstoff für Flugzeuge - Heizöl → zum Heizen von Gebäuden - Paraffine → vielseitig einsetzbar, z. B. in Kerzen, Kosmetik oder als Schmierstoff

    Wasser und Methanol sind keine Erdölfraktionen. Wasser (H₂O) enthält keinen Kohlenstoff und gehört damit nicht zu den Kohlenwasserstoffen. Methanol (CH₃OH) enthält zwar Kohlenstoff, ist aber kein reiner Kohlenwasserstoff – es enthält zusätzlich Sauerstoff und entsteht nicht bei der Destillation von Erdöl, sondern wird synthetisch hergestellt.

  • Tipps

    Ein fossiler Rohstoff ist aus Pflanzen- und Tierresten entstanden.

    Fossile Energieträger gehören zu den nicht erneuerbaren Energieträgern.

    Einem Element werden 4 Antworten zugeordnet.

    Lösung

    Fossile Energieträger sind nicht erneuerbar und entstehen aus Pflanzen- und Tierresten, die Millionen von Jahren unter der Erde lagen. Dazu zählen: Erdöl, Erdgas und Kohle.

    Alternative (erneuerbare) Energieträger stammen aus heute lebenden Pflanzen oder aus Sonne, Wind und Naturkräften und können sich nachbilden. Dazu zählen: Biokraftstoffe, Holz, Windenergie und Solarenergie.

    Hinweis: Holz und Biokraftstoffe gelten als erneuerbar, weil sie nachwachsen – sie setzen beim Verbrennen aber ebenfalls CO₂ frei und sind daher nicht vollständig klimaneutral.

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