Das Christentum im Römischen Reich
Das Christentum begann als kleine, oft verfolgte religiöse Gruppe im Römischen Reich, wuchs aber im Laufe der Jahrhunderte zu einer der dominanten Religionen an. In unserer Lerneinheit werden wir uns ansehen, wie das Christentum entstand, wie es sich im Römischen Reich verbreitete und welche Herausforderungen und Verfolgungen die frühen Christen erleben mussten.
- Das Christentum im Römischen Reich
- Wichtiges Vorwissen zu diesem Lerntext
- Kurz erklärt – die Entstehung des Christentums
- Christinnen und Christen im Römischen Reich – Verfolgung und Verbot
- Von der verfolgten Religion zur Staatsreligion
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Grundlagen zum Thema Das Christentum im Römischen Reich
Das Christentum im Römischen Reich
Wichtiges Vorwissen zu diesem Lerntext
- Im Römischen Reich bestand etwa 1 000 Jahre lang eine polytheistische (poly ist altgriechisch für viel) Religion, in der sehr viele Gottheiten verehrt wurden.
- Römerinnen und Römer glaubten daran, dass die Gottheiten den Staat sicherten, das Wetter beeinflussten und Glück brachten.
- Der Kaiser wurde als göttliche Person angesehen.
- Der Kalender der Römerinnen und Römer war voller Festtage für die einzelnen Gottheiten, zudem gab es auch innerhalb der Familien bevorzugte Gottheiten, denen besondere Opfer gebracht wurden.
- Der Alltag war somit stark von der Religion geprägt.
Kurz erklärt – die Entstehung des Christentums
Das Christentum entwickelte sich vor etwas mehr als 2 000 Jahren und geht zurück auf Jesus von Nazareth, genannt Christus (der Gesalbte). Er war ein Wanderprediger jüdischen Glaubens und wurde in seiner Heimat Palästina zum Tod verurteilt und ans Kreuz geschlagen. Seine Lebensgeschichte findet sich im Neuen Testament der christlichen Bibel. Die Feste Weihnachten (Geburt von Jesus ungefähr im „Jahr 0“ unserer Zeitrechnung) und Ostern (Jesus stirbt zunächst am Kreuz, besiegt den Tod aber durch seine Auferstehung) gehen auf den christlichen Glauben zurück. Seit der Hinrichtung von Jesus gilt das Kreuz als Zeichen der christlichen Gemeinschaft.
Christinnen und Christen im Römischen Reich – Verfolgung und Verbot
Die christliche Religion verbreitete sich nach dem Tod von Jesus schnell im gesamten Römischen Reich. Sie kannte nur einen Gott und verehrte Jesus als dessen Sohn, der die Sünden der Menschen durch seinen Tod auf sich genommen hatte. Petrus, ein Jünger von Jesus, gilt als der erste Papst des Christentums. Ihm soll Jesus die Verbreitung des Christentums und den Aufbau einer christlichen Glaubensgemeinschaft anvertraut haben. Durch ihren monotheistischen Ansatz (mono ist altgriechisch für allein) stand die christliche Religion im starken Gegensatz zur traditionellen römischen Religion. Die Anhängerinnen und Anhänger des Christentums weigerten sich natürlich auch, den Kaiser als einen Gott anzusehen, begingen keine römischen Feiertage und auch nicht die Opferungen im Kolosseum. Sie wurden deswegen zunächst misstrauisch beobachtet, dann aber schnell verfolgt und entrechtet. Zudem mussten die Christinnen und Christen bei Entdeckungen grausame Hinrichtungen fürchten. Die christliche Religion wurde fortan im Normalfall heimlich ausgeübt, da jede Form von Öffentlichkeit ein Risiko bedeutete. Aber obwohl die Verfolgung der Christen einige Jahrhunderte anhielt und teilweise sehr grausam war, wuchs die Anzahl der Christinnen und Christen im Römischen Reich stark an.
Von der verfolgten Religion zur Staatsreligion
Erst um das Jahr 312 unserer Zeitrechnung erkannte Kaiser Konstantin die christliche Religion an und erlaubte, dass jeder seine selbst gewählte Religion frei ausüben durfte. Man bezeichnet das in der Geschichtswissenschaft heute als die Konstantinische Wende. In den folgenden Jahren ließ er viele christliche Kirchen bauen und der siebte Tag der Woche, der Sonntag, wurde ein wöchentlicher Feiertag im gesamten Reich. Kaiser Theodosius erklärte den christlichen Glauben im Jahr 380 n. u. Z. zur Staatsreligion. Alle anderen Glaubensrichtungen und Kulte wurden verboten und nun, wie das Christentum zuvor, brutal verfolgt. Die Christinnen und Christen wurden also von Verfolgten zu Verfolgern und die christliche Religion breitete sich sehr schnell auch außerhalb des römischen Imperiums vor allem in Europa aus.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Christentum im Römischen Reich
Das Christentum im Römischen Reich Übung
-
Erkläre wichtige Begriffe zum Thema Christentum.
TippsDas Christentum ist nach Jesus‘ Beinamen benannt.
Als Apostel bezeichnet man jemanden, den Jesus mit der Verkündigung des Glaubens beauftragt hat.
LösungJesus: Dieser jüdische Wanderprediger begründete das Christentum.
Christus: Dieser Beiname von Jesus bedeutet „der Gesalbte“.
Papst: Das ist der Titel des Oberhaupts der katholischen Kirche.
Jünger: So nannten sich die Anhänger von Jesus selbst.
Vatikan: So nennt man den Kirchenstaat in Rom.
Petrus: So hieß einer der Apostel, die den neuen Glauben verbreiteten.
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Zeige auf, was am Christentum neu und anders war.
TippsDer römische Gott Jupiter entspricht dem griechischen Gott Zeus.
Die vier Evangelien, die über das Leben und Wirken von Jesus berichten, sind ein Teil des Neuen Testaments.
LösungZur römischen Religion gehört der Begriff Polytheismus, also der Glaube an viele Götter. Die Römer waren stark beeinflusst von der griechischen Religion. Wie die Griechen auch, bauten sie für ihre Götter – wie zum Beispiel den Gott Jupiter - prächtige Tempel und brachten diesen dort Opfer dar.
Das Christentum geht auf das Judentum zurück und ist wie dieses eine monotheistische Religion, das heißt, sie predigt den Glauben an nur einen Gott. Die Apostel verbreiteten den neuen Glauben auch über das Judentum hinaus. Christliche Gotteshäuser heißen Kirchen; im Neuen Testament sind die wichtigsten Schriften des frühen Christentums enthalten.
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Beschreibe die Entstehung des Christentums aus dem Judentum.
TippsDas Judentum gilt als eine der ältesten monotheistischen Religionen.
Petrus und Paulus sind die bekanntesten Apostel.
LösungDer jüdische Wanderprediger Jesus Christus ist der Begründer des Christentums – mit seiner Geburt beginnt die christliche Zeitrechnung. Wie das Judentum ist das Christentum eine monotheistische Religion. Jesus‘ Anhänger glaubten, dass er Wunder vollbringen konnte und der Sohn Gottes war. Nach seiner Kreuzigung wurde der christliche Glaube an die Auferstehung von Jesus durch die Apostel gepredigt und das Christentum als Religion war entstanden.
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Stelle dar, wie das Christentum von einer Religion der Minderheit zur Staatsreligion wurde.
TippsDrei Antworten sind richtig, drei falsch.
Diokletian regierte von 284 bis 305, vor Konstantin (306–337). Theodosius war von 347 bis 395 römischer Kaiser.
Lösungrichtig:
- Unter dem römischen Kaiser Diokletian erlebte die Verfolgung des Christentums ihren Höhepunkt.
- Nach einem militärischen Sieg, den er dem Christengott zuschrieb, bekannte sich Kaiser Konstantin zu dem neuen Glauben.
- Im Jahre 380, unter der Herrschaft von Kaiser Theodosius wurde das Christentum zur Staatsreligion im Römischen Reich.
- Das Christentum setzte sich im Römischen Reich schnell durch und wurde in kurzer Zeit zur Religion der Mehrheit.
- Kaiser Diokletian trat persönlich zum Christentum über, weil ihm der Apostel Petrus im Traum erschien.
- In der sogenannten „Konstantinischen Wende“ befahl Kaiser Konstantin die Zerschlagung aller christlichen Gemeinden.
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Gib die frühe Entwicklung des Christentums zusammenfassend wieder.
TippsDie Kreuzigung sollte der christlichen Bewegung ein Ende setzen, trug aber letztlich zu ihrem Erfolg bei.
Bevor das Christentum Fuß fassen konnte, mussten zunächst die Herrschenden im Reich davon überzeugt werden.
LösungDas Christentum entwickelte sich zunächst aus einer neuen Auslegung der jüdischen Lehre durch den Prediger Jesus. Seine Anhänger hielten ihn für den Sohn Gottes, der Wunder bewirken konnte. Aus römischer Sicht stellte Jesus eine Gefahr für die öffentliche Ordnung dar; darum wurde er gekreuzigt. Doch in der Folge verbreiteten die Apostel die Lehre von seiner Auferstehung – die Basis des Christentums als eigenständiger Religion war gelegt. Die neue Religion breitete sich im Reich aus, blieb aber zunächst eine Minderheit. Erst mit dem Übertritt von Kaiser Konstantin gewannen die christlichen Gemeinen einen wichtigen Unterstützer. Darum konnte das Christentum letztlich zur Staatsreligion im Römischen Reich werden.
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Arbeite heraus, wie der Kirchenstaat zum Zentrum des christlichen Glaubens wurde.
TippsIm frühen Christentum leiteten Bischöfe Gemeinden und später auch größere Verwaltungseinheiten.
Die wichtigste Kirche im Vatikan, der Petersdom, ist nach dem legendären ersten Bischof von Rom benannt.
LösungMit der Erhebung des Christentums zur Staatsreligion gewann auch der Bischof von Rom immer mehr an Bedeutung. Basierend auf einer Bibelstelle wurde er als Nachfolger des Apostels Petrus und Stellvertreter Christi betrachtet. Mit der Zeit setzte sich der Titel „Papst“ für ihn durch.
Um sich ein Herrschaftsgebiet zu sichern und ihre Macht zu stärken, nutzten spätere Päpste eine angebliche Schenkung durch Kaiser Konstantin. So entstand der Vatikan als Kirchenstaat innerhalb des Gebiets der italienischen Hauptstadt Rom.
Folgende Antworten passen nicht in den Text: Der Evangelist Markus schrieb zwar einen Bericht über das Leben von Jesus, war aber kein Apostel und auch nicht Papst. Als Patriarch bezeichnet man ein Kirchenoberhaupt in der orthodoxen Kirche, nicht in der katholischen.
Die Zeit des Imperium Romanum – Überblick
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Die Römische Republik
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Germanen und Römer
Das Christentum im Römischen Reich
Die Römische Republik
Das Prinzipat – die Römische Kaiserzeit
Gaius Julius Caesar
Das Imperium Karthago
Die Phönizier
Augustinus von Hippo
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Die römische Familie
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